Standardisierung von Prozessen in der Telekommunikation im TeleManagement ForumWie SOA und SID zusammenpassen
Seit 1988 arbeitet das TM Forum, gegründet von Amdahl, AT&T, British Telecom, Hewlett-Packard, Northern Telecom, Telecom Canada, STC und Unisys, an der Bereitstellung von Leitlinien und Lösungskonzepten für die Verbesserung des Managements und des Betriebs von Informations- und Kommunikationsnetzen. Die Anzahl der Mitglieder ist von den ursprünglich acht Gründungsmitgliedern auf mittlerweile über 700 Unternehmen aus mehr als 70 Ländern angewachsen.
Ein Ergebnis der Arbeit ist unter anderem das TM Forum Frameworx. Frameworx beschreibt die Mechanismen mit deren Hilfe die Komponenten des NGOSS (New Generation Operations Systems and Software) in eine vollständige IT und Prozessarchitektur überführt werden kann, die auch Industriestandards wie ITIL und TOGAF gerecht wird. Die Bestandteile von Frameworx sind dabei als Blaupausen zu verstehen. Es wird ein Rahmen vorgegeben, der beschreibt welche Geschäftsprozesse und Entitäten etc. in einem Unternehmen der Telekommunikationsindustrie notwendig sind. Wie diese Bestandteile im Detail umgesetzt werden bleibt dabei dem jeweiligen Unternehmen überlassen.
Für das einzelne Unternehmen, das Frameworx als Grundlage für die eigene IT und Prozessarchitektur verwendet liegen die Vorteile auf der Hand. Zum einen muss es das Rad nicht neu erfinden, sondern hat Zugriff auf Prozessdefinitionen die sich über Jahre als Best Practice herauskristallisiert haben. Zum anderen spricht es eine gemeinsame Sprache mit anderen Unternehmen die ebenfalls Frameworx implementiert haben. Die Komponenten des NGOSS sind das - Business Process Framework (eTOM – Enhance Telecom Operations Map)
eTOM beschreibt eine allgemeine Prozessarchitektur für Geschäftsprozesse und funktionale Prozesse in der Telekommunikation, die als Ausgangspunkt und Startvorgabe für die Implementierung von geschäftsprozessunterstützenden Systemen (Business Support Systems – BSS) und betriebsunterstützenden Systemen (Operations Support Systems – OSS) dienen können. eTOM ist als ITU-T Standard M.3050 standardisiert.
- Information Framework (SID - Shared Information and Data)
SID beschreibt ein allgemeines Referenzmodell der Informationen die in einem Telekommunikationsunternehmen benötigt werden. Es wird absichtlich Informationsmodell und nicht Datenmodell genannt, weil es auf einem abstrakten Niveau die Dinge beschreibt, die für ein Unternehmen von Interesse sind, ohne sehr ins Detail zu gehen (Domain Model). SID ist mit der UML modelliert und Teile von ihm (Produkt und Service) sind als ITU-T Standart M.3190 standardisiert.
- Integration Framework
Das Integration Framework beschreibt wiederverwendbare und implementierbare SOA Services die wie Bausteine – von denen jeder eine Standardfunktion im Geschäftsablauf darstellt – zum vom Unternehmen benötigten Gesamtprozess zusammengesetzt werden können (Orchestrierung). Jeder einzelne Baustein bezieht sich dabei auf Elemente des Information Frameworks (SID) und des Business Process Frameworks (eTOM). Das Integration Framework bildet also die Brücke zwischen SOA und SID/eTOM. In dem Whitepaper unseres Partners Ergon ist ein praktisches Beispiel für die Integration von SOA, SID und eTOM anhand des Produktes Taifun beschrieben.
- Application Framework (TAM – TM Forum Application Framework)
Das Application Framework beschreibt auf einer idealisierten Weise die Anwendungslandschaft eines Telekommunikationsunternehmens. Für jede einzelne Anwendung, wie beispielsweise das Customer Order Management, ist dabei beschrieben aus welchen Geschäftsprozesse des eTOM und welche Entitäten des SID sich ihre Funktionalität zusammensetzt.
AutorReiner Grabasch, Senior Consultant, Concrete Logic GmbH |